Tourenleiter: Stephan Etter, Teilnehmer: Silvia
Bucher, Martina Eberhart, Anni Etter, Rolf Etter, Ruedi Schwarzenbach, Sonja Zogg
Über holprige Wiesenwege auf dem Damm des
Inn geht’s von La Punt nach Celerina. Locker und ohne Schweissausbrüche erreichen
wir dank Gondelbahn die Bergstation Marguns. Der Weg hinauf zur Corviglia ist
an sich gut fahrbar, stellenweise aber einfach zu steil. Angenehm angelegt auch
für Biker ist dann der Wanderweg zum Suvretta Pass. Die Abfahrt ins Val Bever
folgt dem Wasser. „Mit Schwung durch das seichte Nass - das ist besser, als das
Bike über die Brücke zu schieben“, glaube ich und täusche mich. Die Steine sind
glitschig und locker. Ich lande im flachen Wasser. Etwas später, über die
Steilstufe hinab ins Val Bever, um enge Kurven, über grobe Blöcke und durch
steile Kennel sind wir dann alle gefordert. Stephan am meisten, denn er will
nicht vom Bike steigen. Andere haben es einfacher und schieben ihr Zweirad über
die kritischen Passagen. Die Fahrt im Talboden zurück zum Hotel ist dann
einfach und wir erreichen unser Hotel in La Punt kurz bevor der Regen einsetzt.
Die Biketouren, die Stephan organisiert,
überzeugen nicht nur durch attraktive Routen, sondern auch durch die Wahl von
ausgezeichneten Restaurants für das Abendessen. So ist es auch diesmal: Ein leckeres
Nachtessen, ganz italienisch, mit üppigen Fleischportionen, bei gehaltvollem
Wein und leichten Gesprächen schliesst den Samstag ab.
Am Sonntagmorgen ist der Himmel verhangen. Bereits
bevor wir wegfahren verziehen sich aber die Wolken. Stephan schont sich nach
einer Grippe und wird mit dem Auto nach Bergün fahren, um uns von dort entgegen
zu kommen. In prächtigen Sonnenschein rollen wir das Engadin hinunter und dann
hinein ins Val Susauna. Der traumhafte Tag lädt zum Fotografieren ein, die gute
Strasse lockt zum Knipsen während der Fahrt. Ein Schlagloch vor dem Viehgatter dämpft
meine Euphorie extrem unsanft. Mit einem Verband um den Arm, Pflastern an den
Händen, blutendem Knie und zerkratztem Bauch und Oberschenkeln fahre ich in der
Gruppe weiter. Die gut gemeinten Empfehlungen, mich im Spital Samedan pflegen
zu lassen, schlage ich in den Wind. Zu recht, wie sich in der Zwischenzeit
herausgestellt hat.
Der Aufstieg ist reizvoll, eine traumhafte
Landschaft und eine Strecke, auf der sich steile und flache Passagen ablösen.
Die Pferde und Schweine auf der Alpweide sowie die Steinböcke hoch oben auf der
Krete wirken direkt idyllisch. Gegen Mittag erreichen wir die Keschhütte und geniessen
die verdiente Rast und die Rösti aus Hüttenwarts Pfanne. Die Abfahrt verlangt
Konzentration im groben, tiefgründigen Schotter, auf den schmalen Pfaden, auf
den steilen Passagen. Unterschiedlich schnell erreichen wir Chants, wo Stephan
bereits auf die schnellere Gruppe wartet. Er wird sie auf den Albula-Pass
hinauf führen und über den Wanderweg zurück nach La Punt begleiten. Wir nehmen
es gemütlicher und kehren in Bergün ein. Hier treffen wir auf die Senioren,
welche sich eben für ihre Wanderwoche im Hotel niedergelassen haben. Bei einem
kühlen Bier in der warmen Spätsommersonne findet eine tolle Biketour ihren
Abschluss.