Am 24./25. Oktober, bei traumhaftem Wetter, zusammen mit
traumhaften Menschen, Verena Oertli TL, Erika Oberlin, Elisabeth Aliberti,
ihrem 11-jähriger Fabio mit seinem Vierbeiner Aramis, sind wir auf eine
traumhafte, 2-tägige Ticinotour gegangen.
Nach einer recht abenteuerlichen Postautofahrt kamen wir um
zwanzig nach elf in Spruga, dem hintersten Dorf des Onsernonetals, an. Nach
einem ausgezeichneten Startkaffee, eines Badeners, machten wir uns auf den
steilen Weg hinauf zur Alpe Saléi Hütte, vorbei an Häusern mit typischen
Onsernonetal-Balkons.Früher wurde
an diesen der Roggen getrocknet. Die Häuser werden vorwiegend von Aussteigern
bewohnt. Nach der Ankunft bestiegen wir den Pizzo Zucchero. Es lag bereits Schnee.
Während dessen stellte Fabio sein Zelt auf. Nach dem Znacht spielten wir Tschau
Sepp, und später noch Chazy. Aramis durfte in Fabios Zelt schlafen.
Sonntagmorgens, bei recht mildem Wetter, brachen wir zum
Pilone auf, via den Passo del Büsan. Der Schnee war über Nacht so weit
geschmolzen, dass wir den Berg gefahrlos besteigen konnten. Wir mussten einfach
Acht geben, wie und wo wir abstanden. Plötzlich, sechs, sieben Gämsen!
Fantastisch! Das erreichen eines Gipfels ist jedes Mal ein bewegender Moment, einfach
toll. Wir schafften es alle. Dem Fabio, Hut ab, ein Bravissimo! Auf dem Gipfel
Pilone, 2191 m, ist die Grenze zu Italien. Es öffnete sich uns ein grossartiges
Alpenpanorama. Fernsicht, Sonne und alle Berge rundherum bezuckert! Einfach
herrlich. Es machte fast sprachlos! Nach dem Mittagessen sind wir, auf der
Grenzkrete entlang, abgestiegen, bevor wir auf einen fast nicht erkennbaren
Trampelpfad stiessen. Vor dem Erreichen des Pfades sichteten die anderen noch
mehr Gämsen. Dieser „Weg“ führte uns zur Alpe Cima Monfraccio. Bei der Alphütte
schalteten wir einen gemütlichen Trinkhalt ein. Da die Markierung mehrheitlich
fehlte, suchten wir immer wieder den Weg. Nach der Alpe Peccio gab es dann
einen Weg, den man auch als solchen bezeichnen konnte. Ab hier ging es recht
zügig bis zum Onsernone-Flüsschen hinunter. Der Abstieg war insgesamt recht
anspruchsvoll. Von dort aus ging es, von Fabio angezogen, in rasantem Tempo
nach Spruga hinauf. Erika, Elisabeth und ich besuchten noch die Bagni di
Craveccia. Dabei sprangen wir von Stein zu Stein über den Fluss – ohne nasse
Füsse! Während dessen warteten Vreni, Fabio und Aramis ganz geduldig. Die
Bagnis wurden 1823 erbaut. Das Wasser kam mit 28°C aus dem Boden. Die Bagnis
wurde von reichen Leuten, die in einer Sänfte raufgetragen wurden, besucht.
1881 wurden die Gebäude durch eine Feuersbrunst zerstört und kurze Zeit später
wieder aufgebaut. 1951 wurden sie dann, von einer riesigen Lawine vom Pilone,
total zerstört. Bevor wir wieder aufs Postauto mussten, reichte es gerade noch
zum Einkehren.
Fabios
Top-Leistung hat uns total beeindruckt, Gratulation! Seine Mama darf mächtig
stolz auf ihn sein! Vreni sei Dank erlebten wir eine traumhafte,
ausserordentlich abwechslungsreiche, fantastische Tour. Auf die Touren mit ihr,
im 2010, freue ich mich schon jetzt.