Teilnehmer:
Werni Orell (PW) mit Hanspeter Gutknecht und Werni Meier, Urs Leuenberger (PW)
mit Kurt Pfister und Helmut Kögel; mit ÖV: Margrit Hafner, Gregor Hüsler,
Yvonne Rieder, Fritz Aeberli und Urs Egli.
Montag,
16. Februar
Abfahrt
um 7.00 Uhr von der Allmend Horgen. Nach 9 Uhr treffen wir uns im Hotel Solaria
im tiefverschneiten Bivio, beziehen unsere Zimmer und setzen uns zum
Startkaffee zusammen. Nun kommen auch noch die letzten Teilnehmer mit dem
Postauto an. Bivio, 1769 m, empfängt uns mit Sonnenschein und grosser Kälte. Um
10.15 Uhr fahren wir mit dem Lift zur Mittelstation und über tiefen
Pulverschnee auf der Ostseite hinab ins Tal. Wir ziehen unsere Felle auf und
steigen über den grossen Talkessel an zur Roccabella,
2731m. Ein tolles Panorama der tiefverschneiten Berge, aber ein kalter,
störender Nordostwind. Dieser treibt uns zur Abfahrt bis auf Höhe 2200, in den windgeschützten Kessel, wo wir ein spätes
Mittags-Picknick einnehmen. Im tiefen Pulver gleiten wir wie auf Wolken durchs
Tal hinaus nach Bivio.
Um
18 Uhr werden wir vom Chef, dem ehemaligen Bobfahrer Torriani zum Apéro mit
Wein und Pizza empfangen. Das anschliessende 4-Gang Nachtessen wird allgemein
gewürdigt und nach einem Schlummerbecher fallen wir müde in unsere Betten.
Dienstag,
17. Februar
Die
Wetterprognosen für heute lassen nichts Gutes ahnen. Weiter nördlich soll es
extrem starke Schneefälle geben. Kachelmann hat für unser Gebiet zwar nur 3 cm Schnee (2 mm Wasser) vorausgesagt, aber die sind schon am Morgen
bei ganz leichtem Schneefall erreicht. Um es vorwegzunehmen, es schneit den
ganzen Tag und am Abend haben wir 30 cm lockeren Pulver.
Also,
was tun. Willi trifft eine goldrichtige Entscheidung. Wir steigen in Pistennähe
800 Höhenmeter an bis zur Bergstation namens Mot Scalotta, 2560 m. Der Schnee kommt jetzt waagrecht und der kalte
Nordwind ist unerträglich. Wir vermummen uns mit Allem, was uns zur Verfügung
steht. Ich fotografiere noch schnell die drei Panoramatafeln und hole mir dabei
blitzartig den Kuhnagel. Daheim kann ich dann sehen, was uns an Aussicht
entgangen ist.
Im
Blindflug fahren wir ab zur Mittelstation und sind froh um die seitlichen
Begrenzungsstangen der Piste. Im Restaurant gibt’s Bündner Gerstensuppe und die
Welt ist wieder in Ordnung. Der untere Pistenteil ist angenehmer zu fahren,
weil sich dort auch noch andere Skifahrer tummeln und man dadurch optische
Anhaltspunkte hat.
Nach
dem Z’nacht führt uns Werni eine DVD über Lawinenverschüttungen, -rettungen und
Wiederbelebungen vor. Das Radio meldet gesperrte Strassen und Bahnlinien,
Lawinenniedergänge und im Bulletin heisst’s Gefahrenstufe hoch. Wenn wir keine
guten Nerven hätten und nicht noch einen Schlummerbecher zu uns nähmen, wir würden
heute keinen Schlaf finden.
Mittwoch,
18. Februar
Es
schneit noch ganz leicht, inzwischen haben wir gute 35 cm Neuen, aber wir sehen blaue Löcher, das lässt hoffen.
Wir starten 9.20 h Richtung Stallerberg und fürchten für Willi das Schlimmste,
nämlich dass er pflügen muss. Doch siehe da, es hat schon eine Spur, und erst
noch eine fabelhafte, angelegt von einem Könner. Heute haben wir gute 1000 m zu meistern bis zum Vorgipfel von Uf den Flüen, 2754 m. Die Sonne hat sich durchgesetzt, Nebelfetzen fahren
über die Gipfel, alles tiefverschneit, nur unsere Spur, ein Hochgenuss dieser
Anstieg. Doch um die Gipfel wieder dieser eklige Nordwind. Einige finden eine Nische
am Vorvorgipfel und bleiben dort um etwas zu essen, der Rest der Gruppe,
darunter unsere zwei Ältesten, Werni und Fritz (Respekt), geht noch auf den Vorgipfel.
Wie schon am Montag fahren wir bald wieder ab in gemütlichere Zonen und machen
dort eine Pause. Auf Höhe 2200 fahren wir südöstlich ins Valletta de Beiva ab,
fahren über eine Brücke schräg hinaus und gewinnen so den unteren Hang der
Piste.
Donnerstag,
19. Februar
Ein
strahlender Tag bricht an. Wolkenlos und kalt. Um 9.15 Uhr fahren wir mit dem
Lift zur Mittelstation und wie am Montag hinab ins Tal, über die Brücke und
fellen an. Heute gehen wir südlich über die Alp da Sett hinauf zum Pass
Lunghin, 2645m und weiter zum Piz dal
Sasc, 2720 m. Wieder dieser böige Nordwind. Bei einer
Gipfeltemperatur von minus 12 Grad und einer Windgeschwindigkeit von 40 km/h gibt das gefühlte 32 Grad minus. Wieder wird’s nichts
mit einem gemütlichen Z’mittag auf dem Gipfel, aber die grossartige Aussicht
entschädigt. Der Blick ins Engadin, tief unter uns das Bergell, gegenüber der
Albigna- Stausee, dahinter die Disgrazia, weiter rechts Cengalo und Badile,
grossartig.
Ab
in tiefere Lagen zum späten Z’mittag. Beim Aufstieg haben wir uns diesen
ausgeblasenen Windkessel schon vorgemerkt. Hier ist es gemütlich, obwohl es im
Schatten noch einige Minusgrade hat, wärmt von vorne die Sonne ganz angenehm.
Abfahrt über schöne Pulverhänge und das langgestreckte Tal hinaus nach Bivio.
Um
15.15 Uhr sind wir im Hotel und sitzen zusammen zu einer Abschiedsrunde. Eine
Stunde später Abfahrt mit Autos und ÖV in die Niederungen. Es waren tolle Tage
und zum Glück bietet Bivio eine Auswahl an lawinensicheren Touren.
Unserem
Tourenleiter Willi einen herzlichen Dank für die gute Durchführung.